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Rund ums Mikroskop

Vergrößerung

Die Gesamtvergrößerung eines Mikroskops setzt sich aus dem Produkt der Eigenvergrößerung von Okular und Objektiv zusammen. Ein 10fach Okular ergibt demnach mit einem 10fach Objektiv eine 100fache Vergrößerung. Das Vergrößerungsvermögen der Objektive und Okulare hängt von ihrer Brennweite ab. Ein System vergrößert umso stärker, je kleiner seine Brennweite ist.. Magnification

Die numerische Apertur (Auflösungsvermögen)

Noch wichtiger als die Vergrößerung ist die numerische Apertur eines Objektives. Die numerische Aperture (nA) ist ein Zahlenwert zwischen etwa 0,07 und 1,30 und beschreibt das Auflösungsvermögen eines Objektives. Je größer diese nA ist, um so kleinere und feinere Details kann das Mikroskop sichtbar machen (sprich auflösen). Verantwortlich für das Auflösungsvermögen ist hauptsächlich das Objektiv. Eine starke Okularvergrößerung steigert keineswegs die Auflösung. Es entsteht ein sehr lichtschwaches Bild, wodurch die Gefahr von optischen Täuschungen gegeben ist. Der Wert für die numerische Apertur sollte auf den Objektiven immer angeführt sein.

Folgende Aperturwerte sollten Objektive der Standardleistungsklasse erreichen:
  • 4faches Objektiv: mindestens 0,07
  • 10faches Objektiv: 0,22 bis 0,30
  • 40faches Objektiv: 0,65
  • 100faches Objektiv: 1,25

Das Sehfeld

Außer der Auflösung und der Vergrößerung ist auch die Größe des Auschnitts aus dem Objekt von Interesse. Das Sehfeld beschreibt, wie groß der Teil der Probe ist, die Sie durch das Okular sehen. Die Sehfeldzahl welche am Okular steht geteilt durch die Vergrößerung des Objektives welches gerade verwendet wird entspricht dem Sehfeld. Zum Beispiel: Wenn die Sehfeldzahl 20 beträgt und man ein 10x Objektiv verwenden, dann beträgt die Sehfeldzahl 2 mm. Üblicherweise wird die Angabe der Sehfeldzahl immer direkt nach der Angabe der Okularvergrößerung angegeben. zB. 10x/18

Was bedeutet Auf- und Durchlicht bei einem Mikroskop

Durchlichtbeleuchtung
Bei der Durchlichtbeleuchtung kommt das Licht von unten und geht durch das Präparat bevor es vom Objektiv aufgefangen wird und zum Okular geleitet wird. Hier sind durchsichtige oder dünn geschnittene Präparate erforderlich um ein gutes Ergebnis zu erzielen.

Auflichtbeleuchtung
Bei der Auflichtbeleuchtung wird das Licht von oben durch das Objektiv auf das Präparat geleitet. Dann wird das Licht vom Präparat reflektierte und wiederum vom Objektiv aufgefangen und wird zum Okular geleitet. Mit der Auflichtbeleuchtung können lichtundurchlässige oder sehr dicke Präparate verwendet werden.

Mischlichtfunktion
Stereomikroskope verfügen oft über eine Mischlichtfunktion. Das bedeutet dass man die Auf- und Durchlichtbeleuchtung gemeinsam verwenden kann.

Das Stereomikroskop

Bei einem Stereomikroskop ensteht ein dreidimensionales plastisches Bild. Es ist seitenrichtig und aufrecht. Bei einem Stereomikroskop betrachtet man das Bild immer gleichzeitig durch zwei Objektive, jedes Okular bekommt von seinem Objektiv ein eigenes Bild, dadurch wird der Stereoeffekt erzeugt. Für angehende Mikroskopiker oder Kinder und Jugendliche bis 15 Jahren eignet sich ein Stereomikroskop besonders gut. Bei den Stereomikroskopen kann ohne vorherige Vorbereitung der Probe einfach ein Objekt (Blatt, Stein, Blume …) unter das Stereomikroskop legen und sofort mit der Erforschung der Mikrowelt beginnen.

Das Mikroskop (manchmal auch echtes oder normales Mikroskop genannt)

Das Mikroskop erkennt man zB am Objektivrevolver. Darin sind die Objektive mit den unterschiedlichen Vergrößerungen eingeschraubt, von denen immer eines in den Strahlengang eingeschwenkt werden kann. Das Mikroskop gibt es als Monokular Version (1 Okular), Binokular Version (2 Okulare) und auch als Trinokular Version (2 Okulare und ein Phototubus zum Anbringen einer Kamera).

Bei einem Mikroskop wir KEIN dreidimensionales Bild erzeugt, auch nicht mit zwei Okularen, weil jeweils immer nur ein einziges Objektiv mit seinem bilderzeugenden Strahlengang das Bild erzeugt. Das Bild in einem Mikroskop ist seitenverkehrt und steht auf dem Kopf. Für die Präparate, die man in einem Mikroskop betrachtet, spielt das aber keine Rolle.

Der übliche Vergrößerungsbereich eines Mikroskops liegt etwa zwischen 30- und 1300fach. Eine höhere Vergrößerung wäre zwar möglich, ist aber sinnlos weil über diese Grenze hinaus durch noch höhere Vergrößerung keine zusätzlichen Details mehr sichtbar werden.